„Am Anfang habe ich Lehrgeld bezahlt“

Michael Göhner ist Deutscher Meister im Wintertriathlon. Im Interview berichtet er von den Tücken beim Disziplinwechsel und gibt Tipps für Anfänger.

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Die vierte Disziplin ist im Winter noch schwieriger

Michael Göhner, geboren am 13. Juni 1980 in Reutlingen, ist Triathlon-Profi. Er startet für die TSG Reutlingen und hat sich auf die Triathlon-Langdistanz spezialisiert. Zu seinen größten Erfolgen zählen der Vize-Europameister 2007 beim Ironman Germany in Frankfurt sowie der deutsche Meistertitel 2009 bei der Challenge in Roth. Auch beim Wintertriathlon konnte er die nationale Konkurrenz schon hinter sich lassen: 2007 und 2011 wurde er Deutscher Meister.

Herr Göhner, Sie sind seit 2006 Profi-Triathlet und überwiegend im Sommer aktiv. Können Sie sich noch an Ihren ersten Wintertriathlon erinnern?

An meinem ersten Wintertriathlon habe ich schon vor meiner Profizeit teilgenommen, und zwar 2003 in Oberstaufen. Oberstaufen ist in Deutschland so etwas wie die Hochburg des Wintertriathlons. 2003 wurden dort die Weltmeisterschaften ausgerichtet. Da habe ich einfach mal „just for fun“ mitgemacht.

Wie genau kam es dazu?

Ich habe im Winter schon immer gerne Skilanglauf trainiert, sowohl in der klassischen als auch in der Skating-Technik, die beim Wintertriathlon eingesetzt wird. Aus den Medien habe ich dann erfahren, dass es auch im Winter die Möglichkeit gibt, einen Triathlon zu absolvieren. Da ich sehr gerne auf Brettern stehe, hat sich das für mich angeboten.

Was gefällt Ihnen am Dreikampf im Schnee am besten?

Ein Wintertriathlon ist etwas komplett anderes als ein Sommertriathlon. Man lässt das Schwimmen weg und fängt mit dem Laufen an. Dann geht’s aufs Mountainbike, gefahren wird meistens auf Schnee. Der Skilanglauf am Schluss ist technisch sehr anspruchsvoll, vor allem für einen Sommertriathleten. Ich nutze den Wintertriathlon als Abwechslung vom monotonen Training und als Vorbereitung für den Sommer.

Was ist für Sie die größte Herausforderung beim Wintertriathlon?

Die Wechsel! Besonders der Umstieg vom Mountainbike auf die Skier ist extrem schwierig. Man hat kalte Finger und muss dann auch noch die Skistiefel anziehen. Wenn ich vorne mitmischen möchte, kann ich es mir nicht erlauben, dass ich eine Minute brauche, bis die Stiefel sitzen. Da habe ich am Anfang Lehrgeld bezahlt. Der Wechsel ist im Triathlon wie eine vierte Disziplin. Und die ist im Winter noch schwieriger als im Sommer.

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