Die meisten Fans verfolgen Biathlon lediglich vor dem Fernseher oder am Loipenrand. Warum eigentlich? AOK-c@re sprach mit Dr. Ernst Jakob, ehemaliger Verbandsarzt der Abteilung Nordisch des Deutschen Skiverbandes (DSV) und Olympiaarzt für mehrere Winterspiele, darüber, ob Biathlon als Breitensport geeignet ist.
Herr Dr. Jakob, gibt es einen Grund, weshalb Biathlon für Hobbysportler besonders empfehlenswert ist?
Auf Anhieb würde ich sagen: nein. Aber wichtig ist natürlich der Ausdauereffekt.
Was ist denn aus sportmedizinischer Sicht das Besondere am Biathlon?
Da wird es schon interessanter. Er ist eine Sportart, die sowohl die Konzentration fördert als auch eine körperliche Belastung darstellt. Das muss der Sportler vereinen können. Also möglichst schnell eine bestimmte Strecke zurücklegen, ohne dann völlig ausgepumpt am Schießstand Fehler zu produzieren.
Ergibt sich aus dieser sehr unterschiedlichen Doppelbelastung ein spezieller Effekt für die Gesundheit?
Doch, das kann man schon sagen. Der Sportler muss lernen, sich zu zügeln. Er muss angepasst laufen, wie wir das nennen. Dadurch, und das ist schon ein besonderer Effekt, lernt er seinen Körper besser kennen. Man muss sehr genau in sich hinein horchen. Und das gilt nicht nur für den Spitzensportler.
Würden Sie so gesehen sagen, dass Biathlon sich als Breitensport eignet?
Ja und nein. Rein von den Anforderungen her ist die Kombination von Ausdauer und Konzentration natürlich sehr interessant. Aber das Problem ist: Ich kann ja nicht jeden mit einem Gewehr in den Wald loslaufen lassen. Der Hobbysportler läuft also nicht mit dem Gewehr auf dem Rücken, sondern lässt es am Schießstand. Und bei den Biathlonstadien gibt es ganz einfach Kapazitätsgrenzen.
Lassen Sie uns den Gedanken dennoch aufgreifen: Was sollte jemand beachten, der noch nie Biathlon betrieben hat? Welche Verletzungsgefahren bestehen – abgesehen von einem unsachgemäßen Umgang mit der Waffe?
Es ist natürlich ganz wichtig, dass bei einem Laien immer jemand dabei ist, der die Handhabung des Gewehrs kontrolliert. Aber sonst gilt, was man zum Langlaufen sagen kann. Es ist, technisch sauber ausgeübt, eine sehr gesunde Sportart. Wenn überhaupt, dann treten bei Anfängern manchmal Rückenbeschwerden auf. Die verklingen mit fortschreitendem Trainingszustand. Sollte das nicht der Fall sein, muss man natürlich einen Arzt aufsuchen.
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