Privatdozent Dr. Karsten Knobloch, Fellow American College of Surgeons (FACS), ist Sportarzt, Facharzt für Allgemeine, Plastische und Ästhetische Chirurgie sowie Arzt für Rettungsmedizin. Er arbeitet als leitender Oberarzt an der Medizinischen Hochschule Hannover. Fußballerfahrung sammelte Knobloch u.a. als Berater der Ärzte des Bundesligisten SV Werder Bremen und medizinischer Betreuer der Damen-Fußballmannschaft des FC Bayern München. Sein Buch „Aus durch Sportverletzung?“ ist 2009 im Spitta Verlag erschienen.
Herr Dr. Knobloch, in welchen Situationen treten beim Hallenfußball die meisten Verletzungen auf?
In der Halle wird mit Bande gespielt. Es kann also zu Kollisionen mit der Bande und dementsprechend zu Verletzungen kommen. Der Boden ist stumpfer als Naturrasen. Stürze führen daher häufiger zu Hautverbrennungen.
Ansonsten muss man wie im Freien auch zwischen Verletzungen mit und ohne Gegnerkontakt unterscheiden. Muskel- und Sehnenverletzungen passieren häufig ohne Einwirken des Gegners. Zu Verletzungen des Kniebandapparates kommt es dagegen sowohl mit und ohne Gegnerkontakt.
Und was sind die häufigsten Verletzungen?
Für Freizeitmannschaften im Hallenfußball gibt es bisher keine statistischen Daten zur Verletzungshäufigkeit. Im Profifußball ist bei Verletzungen am häufigsten die Muskulatur betroffen, besonders dabei die Oberschenkel-Muskulatur, wie das aktuelle Beispiel von Arjen Robben des FC Bayern München zeigt. Viele Profis haben auch Probleme mit der Leiste oder dem oberen Sprunggelenk.
Wie lange müssen Spieler nach einer Verletzung pausieren?
Das hängt unmittelbar von der Verletzungsschwere ab. Wenn das obere Sprunggelenk betroffen ist, darf der Spieler bis zu zwei Monate lang kein Spiel absolvieren. Am schwerwiegendsten sind Risse des vorderen Kreuzbands oder der Achillessehne. Nach diesen Verletzungen fallen Fußballer oft ein halbes Jahr oder länger aus.
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