Plastikscheibe mit Suchtfaktor

Bunte Frisbees® fliegen im Sommer auf jeder Wiese – und gerne auch mal auf fremde Picknickdecken. Passgenauer geht’s beim Ultimate Frisbee zu.

Bild: Thema Ultimate Frisbee Hintergrund
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Über die Anfänge des Frisbee-Sports ist nur eines bekannt: Zum ersten Mal wurde die Plastikscheibe um das Jahr 1950 in den USA geworfen. Wer auf die Idee kam, ist ungewiss. Die Legende rankt sich um ein Bäckereiunternehmen mit dem Namen Frisbie Pie Company, das unter anderem Gebäck in runden Blechdosen verkaufte. Die Deckel dieser Dosen flogen so hervorragend, dass erst Kinder am Strand und später Studenten der Universität Yale die Fluggeräte zur sportlichen Betätigung nutzten. Aber wie gesagt: Diese Geschichte ist eher ins Reich der Legenden oder als clevere Werbeidee besagter Bäckerei einzuordnen.

Fest steht jedoch, dass sich der Mannschaftssport Ultimate Frisbee Ende der 60er Jahre an US-amerikanischen Universitäten durchsetzte. Da diese Bezeichnung mittlerweile markengeschützt ist, nennt sich die Sportart heute schlicht und einfach Ultimate.  In Deutschland gibt es seit 1981 offizielle Meisterschaften, seit 1991 ist die Sportart als Wettkampfdisziplin im Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband anerkannt.

Wurftalent, Taktik und Kondition

Da die bunten Scheiben als Werbegeschenke sehr beliebt sind und sich problemlos transportieren lassen, gibt es wohl kaum jemanden, der noch nie im Park oder am Strand Frisbee® gespielt hat. Die Freizeitvariante hat mit der Sportart Ultimate allerdings nicht viel zu tun.

Erstens ist dort eine genormte Hartplastikscheibe mit genau 175 Gramm und speziellen Flugeigenschaften im Einsatz. Zweitens geht es ähnlich wie beim Rugby darum, das Spielgerät in der gegnerischen Zone des Spielfeldes zu fangen.

Dabei reicht es nicht aus, das Frisbee® ordentlich werfen und fangen zu können. Taktisches Verständnis, Laufarbeit und Kondition sind ebenso gefragt. Auch wichtig: Gerechtigkeitssinn und Kompromissbereitschaft, denn alle Entscheidungen werden von den Spielern selbst getroffen.

Regeln ohne Strafen

Man stelle sich nur mal vor, beim Fußball oder Handball gäbe es keine Schiedsrichter. Wahrscheinlich würden einige Spieler den Platz schwer lädiert verlassen. Beim Ultimate Frisbee funktioniert das Fairplay-Prinzip ohne einen Unparteiischen hingegen sehr gut. Die Spieler gehen davon aus, dass kein Teilnehmer absichtlich die Regeln verletzt und sich auf diese Weise einen Vorteil verschafft. Eventuelle Meinungsverschiedenheiten können so respektvoll nach den gültigen Regeln gelöst werden. Gelbe Karten oder Platzverweise sind nicht nötig.

Die Idee der Selbstverwaltung bedeutet jedoch nicht, dass sich die Spieler mit Samthandschuhen anfassen oder dass ihnen der Ausgang des Spiels egal ist. Auch beim Ultimate will natürlich jedes Team gewinnen und gibt dafür alles. Nur eben mit dem kleinen Unterschied, dass falscher Ehrgeiz und übertriebene Härte verpönt sind. Gegenseitiger Respekt und der Spaß am Spiel sind wichtiger. So kann man auch unbeschwert und gut gelaunt nach einem Turnier mit der großen Frisbee-Familie feiern.

     

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