Minigolf ist Mannschaftssport

Mit dem kleinen Ball ganz groß: Der ehemalige Sterngolf-Nationalspieler Stefan Scheider spricht über die Faszination Minigolf.

Bild: Experteninterview Minigolf
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„Man trifft immer alle Lebensgenerationen“

Porträtfoto Stefan Scheider

Stefan Scheider ist Internetverantwortlicher der AOK NordWest. Mit der deutschen Herren-Nationalmannschaft gewann er den Internationalen Sterngolfcup. Außerdem war er Westdeutscher Meister im Sterngolf, sowohl im Einzel als auch mit der Mannschaft. Beim SSC Halver e.V. spielt er zurzeit in der ersten 3er-Mannschaft.

Für die meisten von uns ist Minigolf nicht viel mehr als ein netter Nachmittagsausflug. Was fasziniert Sie am Minigolf?

Zunächst ganz klar diese riesengroße Spannbreite. Minigolf ist eine der ganz wenigen Sportarten, die ich vom Kindergartenalter bis ins hohe Alter spielen kann. Und das zeichnet auch die Turniere aus: Man trifft immer alle Lebensgenerationen. Würden Sie jetzt einen Miniaturgolfer oder Minigolfer fragen, würde er Ihnen etwas über die Faszination Miniaturgolf oder Minigolf erzählen. Ich als Sterngolfer sage: Wir haben verschiedene Bahnsysteme, und aus meiner Sicht ist Sterngolf das spannendste System, weil es Minigolf und Miniaturgolf kombiniert.

Was sind die wichtigsten Voraussetzungen, um erfolgreich Minigolf zu spielen?

Es gibt einen wissenschaftlich bewiesenen Satz, der lautet: Aus Kondition erwächst Konzentration. Bei der Konzentration gibt es völlig unterschiedliche Niveaus. Manchen Spielern reichen zehn, zwölf Sekunden, um sich für einen schwierigen Schlag zu konzentrieren. Andere sammeln sich wirklich bis zu 40 oder 50 Sekunden für einen einzigen Schlag. Und diese Spielertypen sind nicht mehr oder weniger erfolgreich. Ansonsten ist eine gute Koordinationsfähigkeit sehr, sehr wichtig. Wir erkennen immer wieder, dass gute Ballsportler auch gute Minigolfer werden. Eine Eigenschaft wird häufig vergessen oder gar nicht erst erwartet, ist aber ganz zentral. Ich meine die Kondition. Die Topspieler – jetzt reden wir über die zehn, fünfzehn besten Minigolfer in Deutschland und weltweit – sind alle in konditioneller Topform. Sprich: kein Gramm Fett zu viel.

Und wie kommt man ganz an die Spitze?

Da sind wir dann beim Thema Talent. Manche schaffen es nie – um das auf den Punkt zu bringen. Ich glaube, ganz entscheidend ist, sich von ersten Misserfolgen nicht abschrecken zu lassen. Es ist noch nie ein Golfgenie vom Himmel gefallen. Wenn ich mit diesem Sport anfange, muss ich davon ausgehen, dass ich in der ersten Zeit Niederlagen erlebe. Das erste Jahr ist ein Lehrjahr – egal, wie talentiert man ist. Manche schaffen es sogar, sich im ersten Jahr für gewisse Ziele zu qualifizieren, aber keiner wird in der Spitze mitspielen. Zielstrebigkeit, Zähigkeit, sich nicht von Misserfolgen zurückwerfen zu lassen – das sind wichtige Voraussetzungen.

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