Problemgespräche? Nein danke!

Eine aktuelle Studie der Uni Göttingen zeigt, dass sich fast jeder zweite Partner vor unangenehmen Diskussionen in der Beziehung drückt.

Bild zu Paare vermeiden Problemdiskussionen
Facebook Icon Twitter Icon

Kommunikationsprobleme zählen zu den häufigsten Problemen in der Partnerschaft. Das zeigt eine aktuelle Studie des Projekts Theratalk am Institut für Psychologie der Uni-Göttingen. Mehr als 18.000 Männer und Frauen nahmen an der Studie teil, die mit ihrer Kommunikation in der Partnerschaft unzufrieden sind.

Über Probleme und Konflikte zu reden, fällt grundsätzlich schwer. Bei 82 Prozent der teilnehmenden Männer und Frauen kommt es in der Partnerschaft oft nicht zu diesen wichtigen Gesprächen. Dabei drücken sich Männer am häufigsten davor: Denn 65 Prozent der Frauen geben an, mit ihren Problemen beim Partner nicht landen zu können. Dem gegenüber stehen 42 Prozent der Männer, die regelmäßig vergeblich versuchen, mit ihren Partnerinnen Probleme zu lösen. “Den Meisten ist klar, dass es besser wäre, unangenehme Themen gemeinsam zu besprechen“, kommentiert Dr. Ragnar Beer, Leiter des Projekts Theratalk, die Ergebnisse. „Viele Partner schaffen das aber nicht. Dann kommt noch die besondere Situation „Liebe“ hinzu: Durch die starke emotionale Beteiligung fällt es vielen Menschen besonders schwer, offen zu bleiben.“

Reden will geübt sein

Ebenso gravierend für eine Partnerschaft ist der Teufelskreis aus "Verfolger" und "Verfolgtem". Dabei zieht sich ein Partner immer mehr zurück, während der andere immer heftiger versucht, die Diskussion in Gang zu halten. 70 Prozent der Frauen und 49 Prozent der Männer haben das schon in ihrer Beziehung beobachtet. Interessantes Detail dabei: Wer sich aus Diskussionen zurückzieht, ist mit seinem eigenen Kommunikationsverhalten eher unzufrieden, wer dagegen das Gespräch sucht, ist damit eher zufrieden. Dieses Verhalten kommt nicht von ungefähr findet Beer. „Wer die Rolle des "Verfolgten" hat, fühlt sich in Problemdiskussionen oft unzulänglich und unterlegen. Aber auch die "Verfolger" sind nicht glücklich. Denn sie fühlen sich im Recht und haben in der Regel gute Absichten, werden aber nicht gehört.“

Um schwierige Gesprächssituationen erst gar nicht entstehen zu lassen, rät Dr. Ragnar Beer sich intensiv mit Kommunikation in der Partnerschaft zu beschäftigen und Auseinandersetzungen regelmäßig zu üben. So entstehen gute Gewohnheiten, die im Problemfall relativ leicht aktiviert werden können.

 

     

Kommentare lesen

0 Kommentare

Kommentar schreiben

   
Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich, um eine Bewertung abzugeben oder zu kommentieren.

Netiquette

Netiquette

Wir freuen uns über Ihr Interesse und darüber, dass Sie uns Ihre Meinung sagen möchten! Damit Nutzerbeiträge und Kommentare für alle lesenswert und angenehm bleiben, gelten ein paar Spielregeln. Bitte halten Sie sich an diese Regeln und tragen Sie so zu einem niveauvollen Diskussionsklima bei.

Der Ton macht die Musik

Bitte zeigen Sie Respekt gegenüber Autoren und anderen Nutzern. Vermeiden Sie in Ihren Kommentaren Inhalte, die rechtswidrig, schädigend, missbräuchlich, belästigend, vulgär, hasserregend, rassistisch, diffamierend, beleidigend oder in sonstiger Weise zu beanstanden sind.

Jeder kann Ihre Meinung lesen

Das Internet ist weltweit für jeden zugänglich. Das heißt, jeder hat hier die Möglichkeit Ihre Kommentare zu lesen. Deswegen sollten Sie auch zu 100 Prozent hinter dem stehen, was Sie schreiben. Damit Ihnen durch Ihre Meinungsäußerungen im Nachgang kein Schaden entsteht.

Keine Werbung

Die Kommentarfunktion dient dem Meinungs- und Informationsaustausch. Es dürfen keine Inhalte veröffentlicht werden, die der kommerziellen Werbung dienen oder das Copyright Dritter verletzen.

Keine persönlichen Daten

Es ist unzulässig, Informationen wie Kontaktadresse, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse einer Person einzutragen. Dazu gehört auch die Angabe von IP-Adressen.

Redaktionelle Kontrolle

Die AOK-c@re-Redaktion behält sich vor, beleidigende, werbliche, strafbare oder in anderer Form unangemessene Kommentare zu kürzen oder zu löschen. Der Nutzer wird darüber nicht vorher informiert.

(1   Bewertung)
     
 
close
close
close
Ihre Lesezeichen