Schlafforscher der US-amerikanischen Universität von West Virginia (WVU) haben den Zusammenhang von Schlafdauer und Herzerkrankungen untersucht. Das Ergebnis der jetzt veröffentlichten Studie (August 2010) lautet: Wer weniger als fünf Stunden oder mehr als neun Stunden täglich schläft, erhöht sein Risiko für Herzkrankheiten. Die goldene Mitte soll bei sieben Stunden Schlaf pro Tag liegen. Müssen wir deswegen unsere Schlafgewohnheiten über Bord werfen, Schäfchen zählen oder einen zweiten Wecker kaufen? Eher nicht!
Dass die Schlafdauer mit der Sterblichkeit zusammenhängt, ist keine wirklich neue Erkenntnis. Wissenschaftler befassen sich schon seit Jahrzehnten mit den Folgen von Schlafstörungen. Tilmann Müller, Schlafforscher am Universitätsklinikum Münster, bringt das Problem vieler Studien auf den Punkt: „Eines wird überhaupt nicht berücksichtigt, nämlich die Schlafqualität.“ Kurzschläfer steuern also nicht automatisch auf den Herzinfarkt zu, und auch Langschläfer brauchen nicht gleich einen Termin beim Herzspezialisten.
„Es gibt Menschen, die von Natur aus ein hohes Schlafbedürfnis haben. Goethe und Einstein waren solche Leute“, sagt Müller. Dieses individuelle, angeborene Schlafbedürfnis sei bisher in keiner Studie berücksichtigt worden. Außerdem hätten die US-Forscher nicht erhoben, ob die Studienteilnehmer an Schlafstörungen litten. Im Klartext heißt das: Der Richtwert von sieben Stunden Schlaf täglich muss nicht für Menschen gelten, die nach fünf Stunden ungestörtem Schlaf putzmunter sind.
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Thema im Überblick:
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