Verleiht Optimismus Flügel?

Unverbesserliche Optimisten geraten früher oder später auf dünnes Eis. Warum? Die Chemnitzer Psychologin Prof. Astrid Schütz hat die Antwort parat.

Bild: Interview Thema Optimismus
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„Verleiht uns Optimismus wirklich Flügel, Frau Schütz?“

 „Optimismus kann man mit einem Medikament vergleichen“, sagt Prof. Astrid Schütz. „Es hilft, hat aber auch Nebenwirkungen und will richtig dosiert sein.“ Die Chemnitzer Psychologin weiß, wann Zutrauen weiterhilft – und wieso unverbesserliche Optimisten auf dünnes Eis geraten.

Dasselbe Glas ist für manche Menschen halb leer, für andere halb voll. Warum ist das so?

Dieser Satz spiegelt eine konstruktivistische Weltauffassung wieder: Die Dinge sind nicht faktisch gegeben, wir können sie unterschiedlich interpretieren – und uns damit entweder glücklich oder unglücklich machen. Besonders prägnant sind das pessimistische Schwarzsehen sowie der optimistische Blick durch die rosarote Brille.

Wovon hängt es ab, ob ein Mensch eher optimistisch oder pessimistisch ist?

Wie bei allen Persönlichkeitseigenschaften ist eine Mischung aus genetischer Anlage und Sozialisation verantwortlich. Intelligenz ist eher eine Frage der Veranlagung, Sozialverhalten hängt eher von den persönlichen Erfahrungen ab. Auch beim Optimismus spielen die Gene eine Rolle: Studien mit Zwillingen zeigten, dass eineiige Zwillinge sich in punkto Optimismus ähnlicher sind als zweieiige Zwillinge oder Geschwister. Das ist ein Indikator für den genetischen Einfluss auf eine optimistische Einstellung, erklärt aber längst nicht alles. Wie optimistisch oder pessimistisch ein Mensch ist, hängt ebenso von den Erfahrungen ab, die er ab der Kindheit gesammelt hat. In diesem Bereich können Therapien und Training helfen.

Wie lässt sich Positives Denken erlernen?

Viele Therapien und Optimismustrainings zielen darauf ab, ungünstige Selbstinstruktionen wie  „Das klappt ja sowieso nicht“ zu verändern. Ein Beispiel: Jemand hat einen Pullover gekauft und stellt zuhause fest, dass dieser ein Loch hat. Eine negativ denkende Person würde sich sagen: „Die glauben nie, dass das Loch schon drin war. Es hat keinen Zweck, das zu reklamieren.“ Eine positiv denkende Person würde sich sagen: „Es ist mein gutes Recht, den Pullover zurückzubringen. Ich erkläre den Sachverhalt, das wird sich regeln lassen.“

Durch die Art und Weise, wie wir Dinge sehen, werden unterschiedliche Verhaltensmuster in Gang gebracht. Entweder ich lasse es bleiben oder ich gehe die Sache an. Es liegt auf der Hand: Wenn ich es gar nicht versuche, kann ich keinen Erfolg haben und werde bestätigt in meiner negativen Einschätzung. Deswegen setzen Motivationstrainings schon an den Gedanken und der Einschätzung bestimmter Situationen an.

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1 Kommentare

  • 2schildkröten
  • 23.12.2009 20:05

Verleiht Optimismus Flügel

Ich habe zuerst den Artike l"Mein Traum vom Ich" gelesen und fand ihntotal gut. Dann, ein paar Seiten später kam dieser Artikel und es war wie ein Schlag ins Gesicht. Das krasse Gegenteil. Was an diesem Artikel gut sein soll weiß ich nicht. Die Aussage, die ich darin gelsen habe heißt: " Überschätz dich mal nicht, am Besten halt still, zu viel Optimismus kann sogar schädlich sein!" Toll, wenn solche Aussagen in so einem Heft stehen. Die gute Frau Schütz soll sich auch mal nicht überschätzen. Ihre Aussagen sind schon mal ganz schön daneben. Und nach all diesen Aussagen von ihr: Warum soll man dann noch Optimismus lernen?

 

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