Bäder: Heiße Fragen zum Thema

Hamam oder Rasul? Sauna oder Dampfbad? Wanne oder Whirlpool? Expertin Martina Frenzel hat auf diese und andere Fragen die passenden Antworten parat.

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Bäder: Heiße Fragen zum Thema

Immer mehr Menschen nutzen Wellnessangebote. Liegt es daran, dass mehr Freizeit zur Verfügung steht, oder hat Wellness in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen?

Nicht die Verfügbarkeit von Freizeit wächst, sondern das Bewusstsein, sich intensiver um die eigene Gesundheit zu kümmern. Die Zahl der Krankheitstage bei Arbeitnehmern sinkt stetig, und kaum jemand kann es sich noch leisten, aufgrund einer harmlosen Erkrankung zu Hause zu bleiben. Wellness verbindet mittlerweile Gesundheitsvorsorge mit Spaß und Genuss. Der Trend geht zu einem aktiven „Betreiben“ von Wellness, anstatt sich nur passiv verwöhnen zu lassen.

Orientalische Wellnessformen wie Hamam und Rasul liegen im Trend. Warum entspannt das Ambiente von „1001 Nacht“ mehr als ein klassisches Dampfbad?

Ein Saunatag mit drei Sauna- oder Dampfbadgängen entspannt genauso wie der Besuch eines Hamam oder Rasul. Die Mischung aus Anwendung und feuchtem Warmluftbad macht’s. Das Hamam wird nach dem Deutschen Saunabund nicht dem Dampfbad zugerechnet, sondern dem feuchten Warmluftbad, das Temperaturen von 40 bis 60 Grad Celsius und eine mittlere Feuchtigkeit von 35 bis 50 Grad hat.

Wie erkenne ich, ob in einem Hamam- oder Rasul-Bad notwendige Hygienevorschriften eingehalten werden?

Das merken Sie schon am muffigen Geruch, wenn Sie zum Beispiel ein Hamam betreten. Die Räume sollten eigentlich ein Fenster zum Lüften haben. In geschlossenen Räumen mit automatischer Entlüftung stört der permanente Luftzug das typische Hamam-Klima. Auch an den gereinigten Seiten und Kanten des Nabelsteins erkenne ich, ob in einem Hamam Wert auf Hygiene gelegt wird oder nicht. Nicht zuletzt das typische „Pestemal“, das Leinentuch, sollte natürlich sauber sein. Es ist übrigens in einem türkischen Hamam durchaus üblich, sich zu rasieren, aber nur in den dafür speziell vorgesehenen Kabinen.

Wann raten Sie vom Besuch eines Hamam-Bades ab?

Hochschwangeren Frauen ist der Besuch eines Hamam nicht zu empfehlen. Sie können nicht mehr auf dem Bauch liegen und der Hamam-Meister kann bei der Seifenmassage nicht spüren, ob der Druck, den er ausübt, für die Schwangere noch angenehm ist. Bei einer Rasul-Anwendung ist das anders. Da reiben Sie sich ja selbst mit den Heilschlämmen ein und können so den Druck selbst kontrollieren.

Welche Regeln sind beim Besuch eines Hamam einzuhalten? Was muss ich für das Baderitual mitbringen?

Traditionell herrscht in einem Hamam Geschlechtertrennung. Diese Regel variiert aber. Für das Baderitual müssen Sie eigentlich nichts mitbringen. Das Leinentuch, die Olivenöl-Lavendel-Kernseife, der Ziegenlederhandschuh und in einem traditionellen Hamam sogar die Utensilien für die Rasur werden gestellt.

Bei einer Rasul-Anwendung erhält die Haut eine ordentliche Abreibung mit Pflegeschlämmen. Gibt es medizinische Einwände, wenn bestimmte Erkrankungen wie etwa Neurodermitis vorliegen?

Nein, da sehe ich keine medizinischen Einwände. Durch die Abreibung mit Pflegeschlämmen werden die abgestorbenen Hautzellen entfernt. Beim anschließenden Trocknen bildet sich zwischen der Haut und dem Pflegeschlamm eine Wärmeschicht. Die Hautporen öffnen sich, so dass Giftstoffe abgegeben werden können. Zudem erwärmen die Dämpfe den Körper künstlich und stärken so das Immunsystem.

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