Narrenfreiheit auch beim Essen

Fettes Essen verlangsamt die Alkoholaufnahme im Körper. Deswegen dürfen Sie an den närrischen Tagen bei Krapfen und Co. ruhig mal kräftig zubeißen.

Bild: Thema Faschingsessen
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Fetthaltiges verzögert Alkoholaufnahme

Was wären die „tollen Tage“ ohne das Malheur der Wiener Köchin Cäcilie Krapf: Während eines Ehekrachs, so lautet die kulinarische Legende, landete der nach dem Gatten geworfene Teigklecks in einer Pfanne mit heißem Schmalz – und der Krapfen war geboren. Beim Wiener Kongress anno 1815 soll er reißenden Absatz gefunden haben

Hübsche Geschichte, doch tatsächlich gab es Krapfenähnliches schon vor mehr als 2000 Jahren: Bereits die Römer waren jeck nach Fettgebäck mit Honigüberzug, im Mittelalter soll es eine eigene Krapfenbäcker-Zunft gegeben haben. Traditionell wurde das Schmalzgebäck am Fastnachtssamstag (Schmalzsamstag) gebacken. Je nach Region kennt man es heute als Berliner, Krapfen, Pfannkuchen, Fasnetsküchle oder Kreppel, gefüllt mit Marmelade, Eierlikör oder Nougat.

In früheren Zeiten waren die Tage vom fetten Donnerstag bis Veilchendienstag die letzte Gelegenheit, sich vor der 40-tägigen Fastenzeit noch mal richtig den Bauch vollzuschlagen. Heute dienen Krapfen, Mutzen oder auch Herzhaftes wie eingelegter Hering vor allem als handfeste Grundlage, um das närrische Treiben zu überstehen. So darf laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) und Verbraucherschützern zu Karneval ausnahmsweise auch mal „fett“ gefeiert werden – denn fetthaltige Gerichte bleiben länger im Magen und verzögern damit die Alkoholaufnahme im Blut. Das können Bratkartoffeln mit Matjes oder Nudelsalat mit Mayo, Nüsse oder Chips sein. Dazu reichlich Mineralwasser trinken.

Um den Katzenjammer in Grenzen zu halten, rät die DGE außerdem dazu, von Glühwein, Punsch sowie süßen Weinen, Sekt und Likören besser die Finger zu lassen. Denn Alkohol in warmen, zuckerhaltigen oder in kohlensäurehaltigen Getränken geht besonders schnell ins Blut über. Als Faustregel gilt: Mit einer Flasche Wein (0,7 Liter) oder drei Flaschen Bier (0,5 Liter) hat ein Mann einen Alkoholspiegel von etwa 1,1 Promille im Blut erreicht, eine Frau etwa 1,3 Promille. Er braucht 11 Stunden, sie 13 Stunden, um den Alkohol wieder abzubauen.

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