Functional Food: Iss dich gesund!

Heilsbringer Functional Food: Funktionelle Lebensmittel sollen für Gesundheit und Wohlbefinden sorgen. Aber hält die Werbung wirklich, was sie verspricht?

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Satt machen ist reine Nebensache. Es soll das Immunsystem stärken, das Knochenwachstum unterstützen und den Cholesterinspiegel senken: Functional Food. Das klingt modern und effektiv. Gemeint ist Essen, das mehr kann als zu „ernähren“. Der Begriff stammt ursprünglich aus Japan und steht für Lebensmittel mit einem gesunden Zusatznutzen. Eine klare Definition für diese neuartigen Produkte gibt es allerdings bis heute nicht.

Probiotika: die prominenten Vorreiter

Die ersten und bis heute bekanntesten Lebensmittel, die als Functional Food gelten, sind probiotische Produkte. Seit 1996 erobern die Joghurts mit den gesunden Milchsäurebakterien den deutschen Markt und sind aus den Kühlregalen nicht mehr wegzudenken. Probiotische Joghurts sollen die Abwehrkräfte stärken, die Verdauung auf Trab bringen und für mehr Wohlbefinden sorgen. Aber auch andere Trends konnten sich durchsetzen: Cholesterinsenkende Margarine, beflügelnde Softdrinks oder herzgesunde Omega-3-Eier sind heute den meisten Konsumenten ein Begriff. Die Lebensmittelindustrie profitiert davon mit einem Umsatz von jährlich gut fünf Milliarden Euro (Stand 2011)!

Bei Functional Food genau hinschauen

Bleibt die Frage, ob man sich auf all die Versprechen der Lebensmittelindustrie wirklich verlassen kann? Die Antwort ist ein klares Jein. Derzeit werden die Heilsversprechen auf den Packungen, zu neudeutsch „Health Claims“, auf europäischer Ebene geprüft. Das heißt, einige Claims sind bereits heute wissenschaftlich belegt, andere stecken noch im Verfahren. Die gute Nachricht: Nach mehreren Verzögerungen will die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) im Sommer 2011 mit weiteren Ergebnissen aufwarten. Und in Zukunft sollen sich die Verbraucher wirklich auf das verlassen können, was auf den Packungen steht.

Viel hilft nicht unbedingt viel!

Schon heute gilt: Auch Functional Food zählt zu den Lebensmitteln und muss für den Verbraucher sicher sein. Wenn Sie ein solches Produkt probieren möchten, können Sie das ruhig tun. Bloß nicht nach dem Motto: „Viel hilft viel“. So machen beispielsweise die erwähnten Eier mit gesunden Omega-3-Fettsäuren nicht gesünder, wenn Sie jeden Tag mehrere davon essen. Empfehlenswert sind drei Eier pro Woche! Inklusive derer, die wir beispielsweise in Nudeln und Gebäck verzehren. Auch Beta-Carotin (eine Vorstufe von Vitamin A), das teilweise ACE-Säften zugesetzt wird, könnte im Übermaß eher schaden.

Ausgewogen ist das A und O – auch bei Functional Food

Maß halten ist demnach auch bei Functional Food die Devise. Schließlich wollen wir genussvoll essen und unsere Nahrung nicht wie Medikamente einnehmen. Außerdem sollten wir die Produkte mit Zusatznutzen keinesfalls als Freischein für eine sonst ungesunde Lebensweise ansehen. Kein funktionelles Lebensmittel kann eine ausgewogene Ernährung ersetzen. Ein solcher Hinweis steht bei genauem Hinschauen sogar auf so mancher Verpackung. Umgekehrt gilt laut Ernährungsforscher Professor Hans Hauner von der TU München: „Wer bewusst einkauft und seine Lebensmittel intelligent zusammenstellt, ist auf solche Produkte nicht angewiesen.“

     

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