Mit einer unerwarteten Meldung sorgte Stiftung Warentest in der Juni-Ausgabe 2010 der Zeitschrift „test“ für Aufregung beim Konsumenten: Bio-Produkte sind nicht automatisch hochwertiger als herkömmlich produzierte Lebensmittel. So lautet das Fazit nach einer Auswertung von insgesamt 85 Lebensmittel-Tests der vergangenen acht Jahre. Auf dem Prüfstand waren: Schadstoffbelastung, Sensorik (Geruch, Aussehen und Geschmack), Keimbelastung sowie die Nachhaltigkeit der Produktion.
Dass das Geld in Bio-Waren sinnvoll angelegt ist, verdeutlicht ein genauerer Blick auf die Testergebnisse. Denn in zwei Punkten haben Bio-Produkte deutlich die Nase vorn.
- Sie weisen so gut wie keine chemisch-synthetischen Pestizide auf, die zum Pflanzenschutz gespritzt werden. In hohen Mengen sind Pestizide für den Verbraucher und Arbeitskräfte in der Landwirtschaft gesundheitsschädlich.
- Das Bio-Siegel steht für eine sozial und ethisch verantwortungsvolle Produktionskette: In Sachen Nachhaltigkeit, Umwelt- und Tierschutz müssen Bio-Anbieter klare Richtlinien erfüllen.
Bio vom Discounter
Dies gilt vor allem für deutsche Anbauverbände, die einen ganzheitlichen Bio-Ansatz verfolgen und sich selbst noch strengere Richtlinien auferlegen als die EU-Ökoverordnung vorgibt. Discounter setzen dagegen meist auf Bio-Produkte von Höfen, die nur teilweise ökologisch ausgerichtet sind. Diese Höfe bauen zum Beispiel Bio-Gemüse an, betreiben die Tierzucht aber nicht nach der Ökoverordnung. So können sie insgesamt produktiver wirtschaften und Waren zu günstigeren Preisen anbieten. Das wirkt beim Konsumenten: 60 Prozent des Bio-Umsatzes gehen auf das Konto von Discount-Märkten.
- Seite 1: Auswertung von 85 Lebensmittel-Tests
- Seite 2: Die Testergebnisse im Einzelnen
Thema im Überblick:
- Bio auf dem Prüfstand
- Deutsche Haushalte setzen auf Bio
- Wie viel Bio steckt in Bio?
- Logo - das ist Bio


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