Nach der ersten großen deutschen Bio- und Ökowelle, ausgelöst durch den Reaktorunfall in Tschernobyl, fand in den letzten Jahren in Deutschland eine Renaissance dieser Bewegung statt. In den 80er Jahren war sie stark politisch motiviert. Heute wollen wir einfach wieder gesünder, umweltverträglicher und nachhaltiger essen und leben.
Eine aktuelle Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK 2010) bestätigt diesen Trend: In 94 Prozent aller deutschen Haushalte kamen 2009 Bio-Waren auf den Tisch. Die Ausgaben für Produkte aus biologischem Anbau stiegen im Vergleich zum Vorjahr. Kein Wunder, denn Themen wie Ekel- oder Gammelfleisch, Genfood, Tiertransporte oder Pestizidrückstände in Obst und Gemüse lassen immer wieder die Frage aufkommen, was wir da überhaupt zu uns nehmen, und ob wir das noch wollen.
Der aktuelle Ökoboom hat mit den Getreide- und Hirsebreien, den Jutetaschen und den selbstgebackenen Dinkelkeksen der 80er Jahre nicht mehr viel zu tun. Denn die meisten Menschen wollen sich in ihrer Ernährung nicht einschränken, sondern genau das essen, was ihnen schmeckt – nur eben in Bio. Für den besseren Geschmack und das Gefühl, sich selbst, den Tieren und der Umwelt etwas Gutes zu tun, greifen viele gerne etwas tiefer in den Geldbeutel.
Diesen Trend haben auch die Lebensmittelhersteller erkannt. Sie bieten von der Ökotomate bis hin zur Bio-Tiefkühlpizza immer mehr Produkte an, die "alternativ", "umweltschonend", "biologisch-organisch" oder "aus ökologischem Landbau" sind. Doch was verbirgt sich hinter all diesen Begriffen und woher weiß der Verbraucher, ob Bio wirklich Bio ist?






