Nicht nur die Bäume schlagen im Frühjahr aus – auch der Schlankheitswahn treibt mitunter merkwürdige Blüten: „Essen wie in der Steinzeit“ ist derzeit Trenddiät in den USA. Der gewöhnungsbedürftige Ernährungsstil soll Krankheiten kurieren und Übergewicht reduzieren; auf dem Speiseplan stehen hauptsächlich rohes Fleisch, Fisch und Früchte der Saison, überwiegend sehr eiweißreiche Kost. Eiweiß ist zwar wichtig für den Muskelaufbau, zu große Mengen davon können den Stoffwechsel allerdings überlasten – und die Zeiten der Mammutjagd sind schließlich lange vorbei.
Etwas harmloser wirkt da ein weiterer Trend aus den USA, die sogenannte „Writing Diet“ („Schreib dich schlank“). Hier wird empfohlen, bei Hungerattacken nicht nach Essen, sondern zu Stift und Papier zu greifen und die Gründe für den Heißhunger zu reflektieren. Dadurch soll nach und nach ein Bewusstsein für das eigene Essverhalten geschaffen werden.
Alle Jahre wieder: die Frühjahrs-Diäten
Mit Bewusstseinswandel haben die üblichen Bikini- und Frühjahrsdiäten dagegen wenig im Sinn: „Abnehmen in kurzer Zeit“ versprechen sie vollmundig – doch meist kommen die verbrauchten Pfunde danach sofort zurück. Und dann beginnt häufig ein gefährlicher Kreislauf aus Diät, Heißhungerattacken und neuer Diät. Bis zur Essstörung ist es dann oft nicht mehr weit, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung warnt: „Regelmäßige oder unkontrollierte Diäten können in eine ernsthafte Erkrankung wie Bulimie oder Binge Eating (Essattacken) münden“, so BZgA-Direktorin Elisabeth Pott. Gefährdet sind vor allem junge Menschen: „Bei jedem dritten Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren gibt es Hinweise auf essgestörtes Verhalten, bei den Jungen sind 13,5 Prozent auffällig.“
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