Mehr Verständnis zwischen Arzt und Patient

Arzt und Patient – ein Verhältnis mit Kommunikationsproblemen. Das können Sie tun, damit Sie zufrieden das Sprechzimmer verlassen.

Bild: Arzt-Patienten-Verhältnis
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Deutschland hat eines der besten Gesundheitssysteme der Welt. Trotzdem kommt es vor, dass Patienten unzufrieden sind. Häufigster Kritikpunkt: Mediziner nehmen sich nicht ausreichend Zeit für ihre Patienten.

Welche Auswirkungen das hat, zeigen Wiener Sprachwissenschaftler mit einer Untersuchung zur Kommunikation zwischen Arzt und Patient. Sie haben beobachtet, dass Patienten ihr Krankheitsbild außerhalb eines Arztgesprächs deutlich klarer und umfangreicher darstellen. Sie schildern besser persönliche Faktoren, wie Einfluss der Erkrankung auf ihr Sozialleben oder Beeinträchtigungen durch Schmerzen. Während der Anamnese, der  Besprechung der Krankengeschichte mit dem Arzt, gehen dagegen durch ein starres Fragenkorsett und geringe Zeit viele der Informationen verloren. Das Ergebnis: Der Patient fühlt sich nicht richtig wahrgenommen oder missverstanden. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu einer Fehldiagnose kommen.

Beharrlich den Zeitdruck ignorieren

Ein unterschwelliger Zeitdruck hindert Patienten daran, nachzuhaken und sich eingehend beraten zu lassen. An dieser Stelle ist Hartnäckigkeit gefragt. Scheuen Sie sich nicht ausführlich zu schildern, was Ihr Problem ist. Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstehen, vor allem wenn die Erklärung im medizinischen Fachjargon erfolgt.

Antworten einfordern

Folgende Checkliste zeigt Ihnen, worauf Sie persönlich achten können, damit Sie gut informiert das Sprechzimmer verlassen:

  • Kenne ich die Ursachen meiner Beschwerden?
  • Verstehe ich mein Krankheitsbild?
  • Weiß ich, wie die Behandlung abläuft?
  • Weiß ich, welche Maßnahmen auf mich zukommen und warum?
  • Wurden mir Alternativen zu den vorgeschlagenen Maßnahmen genannt?
  • Wurde ich über eventuelle Nebenwirkungen von verschriebenen Medikamenten informiert?
  • Kenne ich die Folgen einer Nichtbehandlung?
  • Fühle ich mich in den Behandlungsablauf einbezogen?

Wenn Sie dennoch das Gefühl haben, dass Ihr Arzt in Eile ist, Ihnen nicht richtig zuhört oder Sie ohne Befund nach kurzer Behandlung wieder loswerden will, dann machen Sie noch einmal eindringlich deutlich, wie unwohl Sie sich fühlen und warum. Das ist Ihr gutes Recht.

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